Bis 2013 schloss die Europäische Union sogenannte Fischereipartnerschaftsabkommen ab, um in den Gewässern von Drittländern, vor allem in Afrika, Fischfang zu betreiben. Im Jahr 2013 wurden diese Abkommen in “Partnerschaftsabkommen für nachhaltige Fischerei” (SFPA) umbenannt. Diese SFPA legten den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, die Erhebung wissenschaftlicher Daten und “Governance” und ersetzten die bisherigen, auf Zugangsrechten basierenden Abkommen. Aufgrund der mit diesen Abkommen verbundenen Auflagen wurde eine wachsende Zahl von Verhandlungen – und folglich auch die Abkommen selbst – auf Eis gelegt. Siegbert Droese, AfD-Mitglied des Europäischen Parlaments im Fischereiausschuss (PECH), erklärte:
“Immer mehr SFPAs werden inaktiv, da die Verhandlungen zwischen der EU und ihren Partnerländern ins Stocken geraten sind. Derzeit sind neun SFPAs auf Eis gelegt. Der Grund: Die EU-Partnerländer müssen nicht mehr akzeptieren, was die EU ihnen anbietet. Sie können asiatische Flotten lizenzieren oder ihre eigenen Kapazitäten ausbauen. Und wie hat die EU auf diese Herausforderung reagiert? Mit Plänen für angeblich verbesserte SFPA, die noch strengere Umweltvorschriften, noch mehr bürokratische Auflagen und eine noch stärkere Ausrichtung auf die sogenannte globale Meeresdiplomatie beinhalten. Man denke beispielsweise an Pilotprojekte zur Gleichstellung der Geschlechter in der Fischerei in Gambia. Es ist nur logisch, dass viele Länder den direkteren Ansatz Chinas bevorzugen. Chinas Handelsabkommen werden zügig abgeschlossen, sind weniger kompliziert und bieten eine höhere Vergütung für die Ressourcen. Es ist an der Zeit, dass die EU ihr arrogantes Regime des Wertekolonialismus durch faire Handelsabkommen ersetzt!”