Arno Bausemer, Europaabgeordneter der ESN-Fraktion und Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI), erklärt:
“Flächenbezogene Zahlungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Einkommens unserer Landwirte, unabhängig von ihrem Alter. Es ist bereits ein schwerwiegender Fehler, dass diese Zahlungen im nächsten Förderzeitraum um rund 80 Milliarden Euro gekürzt werden sollen. Unsere Landwirte sind die wichtigsten Garanten dafür, dass wir in Deutschland und Europa jeden Tag hochwertige, gesunde Lebensmittel produzieren können. Als langjähriger Mitarbeiter und späterer Inhaber des fleischverarbeitenden Familienbetriebs im Landkreis Stendal kann ich bestätigen, dass Flächenzahlungen insbesondere für das Überleben kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe unverzichtbar sind.’.
Viele ältere Landwirte haben zwar das gesetzliche Rentenalter erreicht, doch da ihre Renten so niedrig sind und sie noch Kredite abzuzahlen haben, können sie es sich schlichtweg nicht leisten, mit der Arbeit aufzuhören. Unabhängig von ihren persönlichen Beweggründen für das Weitermachen kommt es einer eklatanten Diskriminierung gleich, wenn die EU-Bürokraten in Brüssel diesen engagierten älteren Menschen nun jeglichen Zugang zu Flächenzahlungen verweigern wollen. Ursula von der Leyen erklärt mit diesen Plänen den Landwirten in Deutschland und ganz Europa faktisch den Krieg – und sie muss gestoppt werden.
In den kommenden Wochen und Monaten wird die ESN-Fraktion Änderungsanträge zur Gemeinsamen Agrarpolitik einbringen, um sicherzustellen, dass Landwirte auch nach Erreichen des Rentenalters weiterhin die vollen Flächenzahlungen erhalten können. Wir unterstützen das Ziel, das Durchschnittsalter der Landwirte in Europa von derzeit 58 Jahren zu senken. Dies lässt sich durch die gezielte Förderung junger Landwirte erreichen – beispielsweise durch einen leichteren Zugang zu Land, Starthilfen für die Gründung landwirtschaftlicher Betriebe oder den Abbau von Bürokratie. Die sozialistisch geprägte Zentralplanung der Europäischen Kommission, die ältere Landwirte bewusst schwächt, würde jedoch nicht nur deren Lebenswerk gefährden, sondern auch nichts zur Verbesserung der Nachfolge in landwirtschaftlichen Betrieben beitragen. Im Gegenteil: Noch mehr landwirtschaftliche Betriebe würden verschwinden, wertvolles Ackerland würde brachliegen, mit Windrädern oder Solaranlagen überzogen oder an ausländische Finanzspekulanten verkauft werden. Aus Sicht der AfD-Delegation im Europäischen Parlament muss jeder Landwirt auch in Zukunft frei entscheiden können, wie lange er arbeiten möchte – ohne staatliche Einmischung.”