“Die Militäroperation zur Festnahme Maduros ist die erste sichtbare Umsetzung der US-Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung, mit der die Ausweitung des chinesischen Einflusses in Südamerika eingedämmt werden soll.“.
Die USA erklärten die westliche Hemisphäre zu ihrem Einflussbereich und machten den Kampf gegen Drogenkartelle und irreguläre Migration zur obersten Priorität. Die zurückhaltenden Reaktionen Chinas und Russlands zeigen, dass diese beiden Mächte die USA als die ordnende Kraft auf den amerikanischen Kontinenten akzeptieren.
Aus machtpolitischer Sicht steht die Operation in der Tradition militärischer Interventionen der USA ohne UN-Mandat, wie beispielsweise 1983 in Grenada und 1989 in Panama, 1999 in Jugoslawien und 2003 im Irak oder 2011 in Libyen.
Im Inland wird die Maßnahme als Erfolg im Kampf gegen illegale Migration und Drogenschmuggel dargestellt werden.
Im Zusammenhang mit diesen militärischen Interventionen ist die Reaktion der CDU-Außenpolitikerin Kiesewetter, die die Festnahme als das ‘endgültige Ende der regelbasierten Ordnung’ bezeichnet, besonders lächerlich.
Bemerkenswert ist auch die Reaktion der Hohen Vertreterin der EU für Außenpolitik, die in einer Erklärung alle Akteure dazu aufruft, ‘Ruhe zu bewahren und Zurückhaltung zu üben’. Eine solche Erklärung haben wir im Fall des Krieges zwischen der Ukraine und Russland vermisst, den die EU mit immer schärferer Rhetorik und weiteren Kriegsmitteln angeheizt hat.”