Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), versucht Berichten zufolge, für seinen langjährigen Vertrauten Udo Zolleis eine hochdotierte Stelle im Verwaltungsapparat des Europäischen Parlaments zu sichern, die mit mindestens 18.000 Euro monatlich vergütet wird. Parlamentarischen Quellen zufolge soll der bayerische Stratege für eine Direktorenstelle im Forschungsdienst vorgesehen sein, die offenbar eigens für ihn geschaffen wurde. Offiziell soll die Stelle dazu dienen, “das Interesse der Wissenschaft an der Arbeit der Europaabgeordneten zu wecken”, doch Kritiker bezeichnen dies bereits als klassischen Fall von Vetternwirtschaft im Schatten der Krise.
Alexander Jungbluth, Europaabgeordneter der ESN-Fraktion, erklärte dazu:
“Das ist nichts weniger als ein Skandal. Herr Weber scheint den öffentlichen Dienst ganz offensichtlich als Selbstbedienungstheke für seine Freunde zu betrachten. Und das praktischerweise nicht in Brüssel, wie es üblicherweise der Fall ist, sondern in Straßburg – das viel näher an Tübingen liegt, wo Herr Zolleis als Universitätsprofessor tätig ist. Diese Art von Vetternwirtschaft zeigt, wie realitätsfern und moralisch bankrott das politische Establishment geworden ist.”